Starkregen ist ein Regenereignis, bei dem eine sehr hohe Menge Niederschlag innerhalb kurzer Zeit fällt. Starkregenereignisse entstehen in der Regel durch konvektive Bewölkung und sind oft auf relativ kleine Gebiete beschränkt. Starkregenereignisse treten typischerweise als Sommergewitter sehr lokal auf und können in kurzer Zeit große Flächen überfluten. Starkregenereignisse können aufgrund ihrer engen räumlichen Begrenzung teilweise nicht von Messnetzen erfasst werden, so dass Vorwarnungen nicht oder nur in einem sehr kurzen Zeitfenster möglich sind. Bei lokalem Starkregen ist es fast unmöglich, vorherzusagen, an welchem Ort er fallen wird.
Für Deutschland hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Starkregen folgende Schwellenwerte definiert:
Markante Wetterwarnung:
Regenmengen 15 bis 25 l/m² in 1 Stunde oder 20 bis 35 l/m² in 6 Stunden
Unwetterwarnung:
Regenmengen > 25 bis 40 l/m² in 1 Stunde oder > 35 l/m² bis 60 l/m² in 6 Stunden
Starkregen als Folge des Klimawandels
Das Fallen von großen Niederschlagsmengen in sehr kurzer Zeit ist grundsätzlich kein neues Phänomen und ist in unserer Klimaregion nicht untypisch. Jedoch zeigen aktuelle Prognosen des NLWKN für Niedersachsen, dass der aktuelle Klimawandel direkten Einfluss auf die Entstehung von Starkregenereignisse hat. Demnach wird sowohl bei der Anzahl der Starkregentage im Jahresverlauf als auch der Intensität dieser Ereignisse mit einer deutlichen Zunahme gerechnet.
Sowohl bei Starkregen als auch bei Flusshochwasser besteht die Gefahr durch Überflutung. Während jedoch Flusshochwasser nur in gewässernahen Bereichen, oft nach langanhaltenden Niederschlägen auftreten, zeichnen sich Starkregenereignisse oftmals durch kurzzeitiges und lokal begrenztes Abregnen von sehr großen Niederschlagsmengen aus, was gewässerunabhängig überall auftreten kann und kaum vorherzusagen ist.
Insbesondere zu beachten sind:
Seit Sommer 2024 sind für das gesamte Bundesgebiet Starkregenhinweiskarten öffentlich einsehbar, auch für Niedersachsen.
Diese Karten sind das Ergebnis einer 2D-Modellierung und einer gekoppelten hydraulischen Simulation bei verschiedenen Niederschlagsereignissen mit den Starkregenindizes 6 und 9.
Ziel dieser Karten ist es, Bürgerinnen und Bürger sowie öffentlichen Verwaltungen auf potenzielle Gefahrenstellen durch Starkregenereignisse hinzuweisen.
Aufgrund des Modellumfangs konnte der Detailgrad nur sehr grob gewählt werden. Das bedeutet, dass kleine Durchlässe, Bordsteine, Grundstückseinfahrten etc. nicht berücksichtigt wurden und es daher modelltechnisch zu anderen Fließentwicklungen gegenüber dem realen Abflussverhalten kommen kann. Daher sind die Ergebnisse nur als Hinweis zu verstehen und im Einzelfall vor Ort zu prüfen.
Bei Starkregenereignissen kommt es häufig dazu, dass das Wasser nicht von der örtlichen Kanalisation aufgenommen werden kann, sich zurückstaut und auf den Straßen verbleibt.
Die Entwässerungssysteme werden grundsätzlich nach aktuellen technischen Regeln auf bis zu 5 jährliche Ereignisse ausgelegt. Eine größere Dimensionierung ist häufig aus Platzgründen im Straßenkörper sowie aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich.
Daher kann es bereits ab dem Starkregenindex 3 passieren, dass zeitweise nicht der gesamte Niederschlag vom Öffentlichen Entwässerungssystem abgeführt werden kann und auf den Straßen verbleibt.
Bei noch größeren Niederschlagsmengen ist die Starkregenvorsorge als Gemeinschaftsaufgabe zu betrachten, bei der auch die Eigenvorsorge zunehmend zum Tragen kommt. Nach §5 des Wasserhaushaltsgesetzes ist jede Person dazu verpflichtet, eigene Schutzmaßnahmen zur Überflutungsvorsorge zu ergreifen.
Das sind zum einen verhaltenswirksame Maßnahmen, die Sie aus dem Info-Flyer „Überflutungsvorsorge“ entnehmen können. Zum anderen lässt sich auch durch gezielte bauliche Maßnahmen ein entsprechender Schutz vor Überflutung des Gebäudes erreichen.